Gespräche

„Die Mauer ist uns auf den Kopf gefallen“, aber wir lassen uns nicht erdrückt
Allianzen und Selbstorganisationen heute und damals
mit Nuran Ayten & Diane Izabiliza

Die Wendezeit hat die aktivistische und politische Arbeit der Protagonist*innen des Dokumentarfilms „Die Mauer ist uns auf den Kopf gefallen“ sehr geprägt. Sie schlossen sich mit anderen Marginalisierten in Bündnissen zusammen oder fanden alleine Wege, um Rassismus und Sexismus zu thematisieren. Dies mündete in der Stärkung von Schwarzen Bündnissen zwischen Ost- und Westfrauen, in Buchveröffentlichungen, feministischer Mädchen- und Frauenarbeit und in der Gründung von Vereinen von und für Migrant*innen. Gemeinsam sprechen Nuran Ayten und Diane Izabiliza über den Mauerfall aus der Perspektive von Frauen* of Color und wie sich feministische Selbstorganisation und Allianzen damals wie heute entwickelt hat.

Durch und mit unseren Müttern
mit Arootin Mirzakhani & Aslı Özdemir

Es hat mit unseren Müttern angefangen und durch sie sind wir weiter gegangen, zu dem Punkt, dass sie mehr über uns wissen, als wir über uns. Denn wir wissen auch mehr über sie, als sie über sich und wollen wir, dass sie auch mit uns mitgehen, müssen wir sie mitnehmen. Mit und durch unsere Mütter ist unser Zuhause, ist unsere Heimat und ist unsere Sprache. Sie sind das Eigene und auch das Andere, in uns, mit Konflikt, Liebe und Miss_Verständnis.

Radikale Gefühle
mit Rüzgâr Buşki

Wie wichtig sind Gefühle für die kollektive Arbeit? Im Gespräch diskutieren Maral Müdok und Rüzgâr Buşki über radikale Gefühle als Praxis für kollektive Arbeit, künstlerisches Schaffen und Buşkis neuen Dokumentarfilm "I've Got the Power". Rüzgâr Buşki, Künstler*in und Regisseur*in aus Istanbul, lebt derzeit in Berlin. Buşki ist Teil des transfeministischen Kollektivs Kanka Productions.

let them frames fall apart – Sharon Jamila Hutchinson & Elif Muhit

let them frames fall apart

i wear an apparatus where you once pictured my face

our correspondence relies on the development of fluids and the speed of light and our feet and whatever data might turn out as the memory of what was happening, then.

why capture? let those frames fall apart.

an exchange on working with a camera, protest: split attention and hyper focus and state/ patriarchal violence.

Çukur / Hole – A conversation between Ece Gürleyik & Nejbir Erkol

What is a safe zone? Why should we accept the norms which are presented to us by the authorities? And how memory is something that is not linear? A conversation between Ece Gürleyik and Nejbir Erkol about safe zones, maps, vulnerability and existence.

Predicting the past – Lectureperformance mit Cana Bilir-Meier, Aleyna Osmanoğlu & Sosuna Yıldız

Der Super 8-Film mit dem Titel "This makes me want to predict the past" porträtiert eine Gruppe von migrantischen Jugendlichen am Münchner Olympia-Einkaufszentrum. Dort wurden während eines rassistischen Anschlags am 22. Juli 2016 neun migrantische Jugendliche ermordet und viele Menschen schwer verletzt. Lange wurde der Anschlag als Amoklauf betrachtet, erst im Jahr 2019 wurde er als rassistisches Attentat anerkannt. Der im Titel von Cana Bilir-Meiers Arbeit „This makes me want to predict the past“ angelegte Widerspruch, die Vergangenheit vorhersagen zu wollen, ist ein Verweis auf die kontinuierliche und intersektionale Erfahrung von Rassismus. Zugleich ist er auch spielerische Anregung aus gewohnten Denkmustern, Strukturen und Entwicklungen auszubrechen. Im gemeinsamen Gespräch mit Damla Arican, Cana Bilir-Meier und den beiden Protagonist*innen des Films Aleyna Osmanoğlu und Sosuna Yıldız wollen wir die Grenzen vorherrschender Narrative auflösen und sie durch weitere Erzählungen ergänzen.

A 100 year plan with Selma Selman

How will Selma Selman's artistic practice change in 100 years? How do we stop discrimination on marginalized people. How will we deconstruct the ongoing system and obtain and keep a balanced society?
In conversation with Maral Müdok, Selman talks about the meeting points of her artistic practice and her activism, about the future of Roma girls, labor and the importance of education.